AMAL und RAA legen Halbjahresstatistik 2003 vor
Opferberatungsstellen zählen 134 rechte Übergriffe in Sachsen
Die drei Regionalbüros von Amal - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt in Sachsen und die Opferberatungsstelle der RAA Leipzig zählten im 1. Halbjahr diesen Jahres 134 rechte bzw. fremdenfeindliche Übergriffe, darunter 107 Körperverletzungen.
Die Zahl der tatsächlich stattgefundenen Übergriffe muss jedoch noch höher angesetzt werden, da von einer sehr hohen Dunkelziffer auszugehen ist. "Aus Angst vor Rache durch die Rechten oder vor einer direkten Konfrontation mit den Tätern im Gerichtssaal kommt es in vielen Fällen zu keiner Anzeige. Als ziemlich aussichtslos wird von Betroffenen auch der Gang vor Gericht bewertet, da Täter, wenn überhaupt, oftmals zu sehr geringen oder Bewährungsstrafen verurteilt werden.", berichtet Anja Treichel aus ihren Erfahrungen als Opferberaterin bei Amal in Wurzen.
Bemerkenswert sind drei Brandanschläge, davon zwei auf Asylheime, sowie vier Friedhofsschändungen im Berichtszeitraum.
Bestehende Differenzen zur Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) ergeben sich vor allem daraus, dass das Beratungsangebot unabhängig von der Erstattung einer Strafanzeige besteht. Bei der Beratung ist für die MitarbeiterInnen der Beratungsstellen die persönliche Sichtweise der Betroffenen, die Opferperspektive, ausschlaggebend. Diese kann sich von einer juristischen Bewertung unterscheiden.
Betroffenengruppen rechter Gewalt sind vor allem Nichtdeutsche und alternative und nichtrechte Jugendliche, aber auch Obdachlose, Behinderte und Homosexuelle.
Das breitgefächerte Angebot der Beratungsstellen für die Betroffenen umfasst neben Hinweisen im rechtlichen Bereich, Unterstützung bei der Suche nach Zeugen, RechtsanwältInnen und PsychologInnen sowie Begleitung zu Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht auch die Vermittlung von Kontakten zu Initiativen vor Ort und Öffentlichkeitsarbeit.
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