AMAL Sachsen

AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt

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Wiederholter Neonaziangriff auf ein Wohn- und Kulturprojekt in Dresden

Wiederholter Neonaziangriff auf ein Wohn- und Kulturprojekt in Dresden / Immer wieder kommt es zu Angriffen auf das Projekt

Pressemitteilung
Dresden, 26. November 2005

In der Nacht zum 25. November gegen 0:30 Uhr morgens griff eine Gruppe von etwa 15-20 Neonazis den "Klub RM 16" auf der Robert-Matzke-Straße und das darin befindliche Wohnprojekt in Dresden-Pieschen an. Die Angreifer waren vermummt und mit Holzlatten und Steinen bewaffnet. Mit den Holzlatten zerstörten sie die Scheiben mehrerer vor dem Haus geparkter Autos, einige Holzlatten und die mitgebrachten Steine warfen sie gegen das Haus, und randalierten im Hof des Hauses. Dabei entstand glücklicherweise nur ein geringer Schaden. Außerdem schrien sie "Judenschweine" und andere Parolen.

Schon eine Woche zuvor, in der Nacht vom 19. zum 20. November hatten in den frühen Morgenstunden etwa 10 rechte Hooligans mit Zaunslatten das Haus angegriffen und dabei auch Parolen wie "Juden" und dergleichen gerufen.

In beiden Fällen war die Polizei zeitnah vor Ort und konnte teilweise die Personalien von Tatverdächtigen feststellen. Im heutigen Fall ermittelt die Polizei nunmehr wegen des Verdachts auf schweren Landfriedensbruch. Dazu sagt Mike Tannagel, ein Sprecher des Wohnprojektes. "Mit Interesse werden wir die Tätigkeiten der zuständigen Behörden verfolgen. Keinesfalls sind wir gewillt hinzunehmen, dass wie viel zu oft geschehen, Ermittlungen gegen organisierte Neonaziangriffe im Sande verlaufen."

Zu den Angriffen sagt Mike Tannagel: "Wir gehen davon aus, dass es sich bei beiden Angriffen um die selben Tätergruppen handelt. War der Angriff letzte Woche offenbar noch eher "unorganisiert", handelte es sich beim heutigen Angriff unserer Einschätzung nach um ein organisiertes Vorgehen. Dafür spricht nicht zuletzt das planvolle und organisierte bis routinierte Vorgehen der Angreifer."

Erst in der letzten Woche veröffentlichten Dresdner Neonazis aus dem Umfeld der sogenannten Freien Kräfte Dresdens - einem Zusammenschluss gewaltbereiter Neonazis - einen Text auf einer einschlägigen Homepage, worin sie militante Aktionen gegen von Linken und Nichtrechten genutzte Einrichtungen einfordern und begrüßen.

Daher liegt es auf der Hand laut Tannagel, "die Täter in den Reihen der so genannten Freien Kräfte Dresden zu suchen."

Die BewohnerInnen des Wohn- und Kulturprojektes RM 16

Wohnprojekt und Kulturprojekt Robert-Matzke-Straße
Telefon: 0351 / 8584522
Mail: klub-rm16[at]gmx.net