AMAL Sachsen

AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt

Diese Webseite dient bis auf weiteres als Archiv der Arbeit des Beratungsprojektes
AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt in den Jahren 2001-2008.
Für die Beratung ist seit Anfang 2008 die Operberatung RAA Sachsen zuständig.

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Wahlergebnis für Opfer rechter Gewalt bedrohlich

Hohe Wahlzugewinne rechter Parteien in Sachsens verstärken die Angst der Opfer vor Übergriffen

Wurzen, 17. Juni 2004: Nach Angaben des sächsischen Projektes „AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt“ haben Opfer und potentielle Opfer rechter Gewalt nach den Wahlergebnissen der Kommunal- und Europawahlen in Sachsen noch mehr Angst als zuvor. Nicht nur die Furcht davor, persönlich angegriffen und geschlagen zu werden, sondern vor allem auch das Gefühl, von relevanten Teilen der Bevölkerung gehasst und verachtet zu werden, macht vielen MigrantInnen – einer der wichtigsten Opfergruppen – zu schaffen.“, so Anja Treichel, Beraterin bei AMAL in Wurzen. „Wer sich nicht aufgenommen fühlt, kann sich nur sehr schwer integrieren.“ Die Tatsache, dass sehr viele MigrantInnen nur solange in Sachsen bleiben, wie sie von der Verwaltung dazu gezwungen sind und, sobald ihr Aufenthaltsstatus dies erlaubt, aus Sachsen wegziehen, ist auch einem als feindlich empfundenen gesellschaftlichen Klima geschuldet.“, so Treichel weiter.

Aber auch in anderen Zielgruppen des Projektes geht Angst um: Alternative Jugendliche, Obdachlose, Homosexuelle oder einfach nichtrechte Jugendliche werden nun rechter Gewalt noch stärker ausgeliefert sein. „Die rechtsextremen Schläger könnten sich durch die Wahlergebnisse als „Vollstrecker des Volkswillens“ bestätigt fühlen und könnten in Zukunft noch weniger Hemmungen haben, von ihnen als lebensunwert angesehene Menschen tätlich anzugreifen, da sie einen starken Rückhalt in der Bevölkerung zu haben glauben.“ so Treichel weiter.
Angesichts dieser Situation hält AMAL es für außerordentlich wichtig, dass Projekte wie die Beratung für Betroffene rechter Gewalt in Sachsen weiterhin gesichert finanziert und somit fortgeführt werden kann.

Rückfragen für Presse: Anja Treichel (0172 – 97 43 674)