Urteile für rechtsextremen Überfall auf Jugendclub
Letzter Verhandlungstag mit weiteren Zeugen
Wurzen, 10. November 2004: Im Amtsgericht Grimma ging am letzten Freitag, 10. Dezember 2004 der Prozess gegen sieben rechte Jugendliche mit der Urteilsverkündung zu Ende. Angeklagt waren sie wegen gefährlicher Körperverletzung. Richterin Haubold verurteilte drei Täter zu drei Jahren und zehn Monaten, zehn Monaten bzw. sechs Monaten Haft ohne Bewährung, Die vier anderen erhielten Haftstrafen zu einmal zehn und dreimal sechs Monaten, die allerdings auf jeweils zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Im Vorfeld wurden noch vier weitere Zeugen gehört, die jedoch zum Verlauf des Überfalls nichts grundlegend Neues beitragen konnten.
Damals wurden 14 Jugendliche durch mindestens sieben Rechte attackiert und brutal geschlagen. Sie waren mit Baseballschlägern, sogenannten Totschlägern, Zeltstangen und ähnlichem bewaffnet und schlugen damit brutal auf die viel jüngeren Jugendlichen ein. Dabei verletzten sie acht Jugendliche. Drei Jungen im Alter von 15, 16 und 17 Jahren erlitten Kopfverletzungen und zahlreiche Prellungen am Körper, einer eine Gehirnerschütterung. Sie mussten später ärztlich versorgt werden, einer stationär. Die nunmehr verurteilten Täter stammen aus Hohburg, Lüptitz und Wurzen. Einige sind bereits wegen ähnlicher Delikte mehrmals verurteilt worden. Teilweise sind sie seit mehreren Jahren in der rechten Szene aktiv.
Problematisch erscheint den Mitarbeitern von AMAL – Hilfe für Betroffene rechter Gewalt, welche die Opfer betreuten, dass trotz der z.T. mehrfach und einschlägig vorbestraften rechten Jugendlichen fünf Täter nach Jugendstrafrecht verurteilt wurden, obwohl sie Heranwachsende sind. „Die Täter , die Ihre Zugehörigkeit zur rechten Szene und Ihre menschenfeindliche Ideologie durch zahlreich zur Schau getragene Symbole manifestierten, haben ein gefestigte rechtes Weltbild. Ihre brutalen Überfälle haben nichts mit Reifeverzögerungen zu tun. Bewährungsstrafen werden sie nicht davon abhalten, wieder zuzuschlagen.“, so Anja Treichel und Ingo Stange, Berater bei AMAL in Wurzen.
Infos und Hilfe: www.amal-sachsen.
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