Spendenaufruf: Naziüberfall treibt Zirkusfamilie an den Rand des Ruins
Naziüberfall treibt Zirkusfamilie an den Rand des Ruins
AMAL bittet um Spenden, damit der Zirkus „Barny“ wieder arbeiten kann
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Nacht zum 28. August 2006 hat für Familie Q. im sächsischen Triebel, die seit vielen Jahren den kleinen Familienzirkus Barny betreibt, das ganze Leben verändert. In dieser Nacht wurde das Zirkuszelt samt Inventar von mutmaßlichen Rechtsextremisten zerstört. Zuvor wurde die Familie vor deren Wohnhaus von 25-30 aufmarschierten Neonazis und deren Sympathisanten stundenlang massiv bedroht und beschimpft. Die z.T. jugendlichen Täter riefen z.B., dass man “Zigeunerpack wie sie bei Adolf vergast hätte”, berichteten Familienangehörige. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen, doch die Familie muss weiterhin mit der Angst vor weiteren Übergriffen leben. Die psychischen Folgen sind aber nur eine Seite: Die Familie wurde mit der Zerstörung ihres Zirkuszeltes ihrer Existenzgrundlage beraubt und steht nun vor dem Ruin. Sie musste ihre Selbständigkeit aufgeben und Hartz IV beantragen. Anfang Dezember musste sogar das einzige Kamel verkauft werden, um weiterleben zu können. Die zehnköpfige Familie - neben Vater Ronny und dessen Ehefrau leben die sieben Kinder im Alter von 5-20 Jahren sowie deren Großmutter im Haushalt - kann kaum ihre notwendigsten Besorgungen machen. Das Geld reicht kaum für die laufenden Kosten und erst recht nicht für die Reparatur des zerstörten Zirkusinventars. Die Täter zerschlitzten das Zelt, zerschlugen etwa zweihundert Speziallampen, zertrümmerten die Musikanlage, zerstörten das Kassenhäuschen und Sitzbänke.
Die Solidarität mit der Zirkusfamilie im Dorf ist groß. Das Futter für Ponys, Affen und Ziegen bekommen sie oftmals von den Triebelner Dorfbewohnern und Freunden aus der Nachbarschaft. Sofort nach Bekanntwerden der Zerstörungen sammelten Einwohner Spenden – es kamen über 600 Euro zusammen. Durch die Unterstützung von AMAL konnten zusätzlich noch 450 Euro Privatspenden sowie 1000 Euro aus dem Opferfond der Aktion CURA der Amadeu-Antonio-Stiftung gesammelt werden. Trotzdem sind die insgesamt gesammelten 2050,00 Euro vorerst ein Tropfen auf den heißen Stein. Seit August konnten Q.´s nicht auftreten und keine Gastspiele geben. Durch die fehlenden Einnahmen in der Sommersaison ist es für die Familie schwer, durch den Winter zu kommen. Ihr größter Wunsch besteht darin, im Frühjahr endlich wieder den Zirkusbetrieb aufnehmen zu können, um sich somit ihren Lebensunterhalt selbständig bestreiten zu können. Für die dafür nötigen Reparaturen bzw. Neuanschaffungen benötigt die Familie 12.000,00 Euro. In Rücksprache mit AMAL und der Zirkusfamilie sind selbstverständlich auch Sachspenden (Zirkusinventar, Zirkusbedarf) möglich.
AMAL-Hilfe für Betroffene rechter Gewalt e.V. unterstützt die Familie Q., um ihr zu ihrem Recht und zu einer Wiedergutmachung zu gelangen. Daher möchten wir Sie bitten, sich mit Ihrer Spende dafür einzusetzen, dass der Zirkus bald wieder gastieren kann. Für Ihre Spende stellen wir unser Vereinsspendenkonto (AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt e.V., Bank für Sozialwirtschaft, KNR: 360 56 01, BLZ: 850 205 00, Stichwort: Zirkus) zur Verfügung und leiten die Spenden umgehend an die Betroffenen weiter. Wenn Sie uns Ihre Anschrift mitteilen, erhalten Sie selbstverständlich eine Spendenbestätigung. Wir stehen Ihnen darüber hinaus gern für Hinweise und weitere Hintergrundinformationen zur Verfügung. Im Namen der Familie Q. bedanken wir uns recht herzlich und wünschen Ihnen ein friedliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins Neue Jahr.
Mit herzlichen Grüßen
Hagen Kreisel
(Projektleitung)
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