AMAL Sachsen

AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt

Diese Webseite dient bis auf weiteres als Archiv der Arbeit des Beratungsprojektes
AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt in den Jahren 2001-2008.
Für die Beratung ist seit Anfang 2008 die Operberatung RAA Sachsen zuständig.

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Revisionistische Erinnerungs(un)kultur verweist auf den brauen Rand Deutschlands

Jürgen Hösl-Daum und seine Kameraden tun das, was von Gruppen aus dem Vertriebenenspektrum zu erwarten ist: Sie betreiben Propaganda mit dem Ziel, die Verbrechen der Deutschen im 2. Weltkrieg zu relativieren.

Hösl-Daum und die Schlesische Jugend stellen sich damit in eine Reihe mit Gruppen wie der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen, die seit Jahren erfolgreich an der Inszenierung eines deutschen Opfermythos arbeiten. Damit mobilisieren sie Tausende Rechtsextremisten (zuletzt wieder am 14.2.´04 in Dresden), während sich öffentliche Stellen im Ignorieren üben. Dass das Vorhaben rechter Gruppen, der Geschichtsschreibung ihre rückwärtsgewandten Sichtweisen zu verpassen, auch in Görlitz Fuß fassen kann, ist dabei nicht verwunderlich. Gerade hier findet sich der unreflektierte Rückgriff auf eine „schlesische Identität“, können Revisionisten andocken.
Von ihrer Schwesterpartei, der CDU, hat unter dessen die DSU gelernt, die zu einer Distanzierung nicht bereit ist, sondern vielmehr für die Arbeit im Görlitzer Stadtrat „ganz stark auf den Herrn Hösl“ bauen will (DSU-Vorsitzenden C. Wiedemuth auf Radio Lausitz).
Militante Rechtsextremisten freuen sich derweil über die Aktionen anlässlich der Erweiterungsfeierlichkeiten in Görlitz und Zittau (siehe Aktionsbericht auf der rechtsextremen Internetseite www.heimatschutz.org: http://heimatschutz.net/archiv/inhalt.php?id=3864). Dass die Verteiler dabei fast ungestört agieren konnten, verweist erneut auf die mangelnde Ausprägung von Sensibilität und Zivilcourage unter den Bürgerinnen und Bürgern.
Aktionen wie die Erstellung und Verteilung der in Polen sicher gestellten Plakate sind jedoch kein dummer Jungenstreich oder Ausrutscher sonst rechtschaffender Bürger. Sie atmen den Geist von gestern, der gerade von unseren polnischen und tschechischen Nachbarn sehr genau wahrgenommen wird. Zudem sind sie mitverantwortlich für ein gesellschaftliches Klima, in dem rechtsextrem motivierte Gewalt ihren Nährboden findet.
„Wenn endlich mal ein Schlussstrich gezogen werden würde unter diese ganze leidselige Geschichte des 2. Weltkriegs...“ fordert Herr Hösl-Daum (ebenfalls auf Radio Lausitz). Solange in Deutschland täglich rechtsextrem motivierte Straftaten verübt werden, ist das Geschichtsbuch aufgeschlagen.