Rechtsextreme Übergriffe dämpfen Stimmung bei Antirassistischem Fußballturnier
Beim 2. Antirassistischen Turnier „Fußball Grenzenlos“ in Kittlitz kam es am Wochenende zu mehreren Zwischenfällen mit Angehörigen der lokalen rechtsextremen Szene.
Nachdem der Veranstalter, der Verein Augen Auf e.V. Oberlausitz, Freitag Nacht eine Gruppe Rechter des Platzes verwiesen hatte, wurde wenige Minuten darauf ein 21-jähriger Student von mehreren Angreifern am Rand des Veranstaltungsgeländes niedergeschlagen. Er erlitt neben diversen Prellungen eine Knochenfraktur an der Hand und eine Platzwunde am Schienenbein. Noch bevor sich die TeilnehmerInnen und OrganisatorInnen des Turniers vom Schreck erholt hatten, schlugen die Angreifer erneut zu. Dabei verletzten sie durch Faustschläge einen 17-jährigen Spieler vor seinem Zelt. Hilferufe und Hinzueilende veranlassten die Rechten zur Flucht.
Auf Grund der nächtlichen Vorfälle verstärkte der Veranstalter die Sicherheitsmaßnahmen für die folgende Nacht. In den frühen Morgenstunden des 13.6. erschien dann auch eine Gruppe von 10-12 ortsbekannten Rechtsextremisten. Die Angehörigen der Kameradschaft „Odins Legion“, die zuvor dem Aufruf ihrer Kameraden in der Sächsischen Schweiz gefolgt waren und in Pirna eine antifaschistische Demonstration störten, verließen trotz mehrfacher Aufforderung nicht das Turniergelände auf dem Kittlitzer Horken. Erst nach Eintreffen von Polizeikräften konnten die unerwünschten Besucher zum Gehen bewegt werden. Sie müssen nun mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch rechnen. Einer der Zusammengeschlagenen hat bereits am Samstag Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet.
Ein Fußballturnier mit einem solchen eindeutigen politischen Signal wäre noch vor wenigen Jahren in Kittlitz undenkbar gewesen. Die Dominanz der rechtsextremen Kameradschaft scheint mittlerweile gebrochen. Dass die von Rechtsextremen ausgehende Gefahr längst nicht gebannt ist, zeigen die Vorfälle des Wochenendes jedoch deutlich.
Abgesehen von den genannten Vorfällen war das Turnier mit 17 Teams von Fußballeidenschaft und ausgesprochen guter Stimmung geprägt. Nur dem Pokalgewinner des letzten Jahres war die Teilnahme verwehrt: Die zuständige Ausländerbehörde verwehrte den Flüchtlingen aus dem Raum Leipzig, die für AMAL starten sollten, die Urlaubsscheine. Rassistische Sondergesetze bedeuteten hier eine Grenze für „Fußball Grenzenlos“.
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