Pressemitteilung: Artige Rechtsextremisten bleiben dennoch Rechtsextremisten / Konzertbetrieb in Mücka läuft weiter auf Hochtouren
Görlitz, 11.02.2005
Wenn in wenigen Stunden der rechtsextreme Liedermacher Frank Rennicke zum wiederholten Mal in der Diskothek „Wodan“ im ostsächsischen Mücka ein Gastspiel gibt, ist ein reibungsarmes Zusammenspiel zwischen Betreiberin, Veranstalter und zuständigen Behörden zu erwarten.
Denn darin hat man mittlerweile Übung. Während Hunderte Rechtsextremisten auf der Bühne des „Wodan“ Hassmusik geboten bekommen, sorgt die sächsische Bereitschaftspolizei im Umfeld für „Ordnung und Sicherheit“. Und siehe da: Die „Veranstaltungsteilnehmer“ sind lernfähig. Mußten nach einem Konzert am 27.11.2004 noch 19 Anzeigen geschrieben werden, kann sich die Lokalpresse nach dem letzten Konzert am vorigen Sonnabend freuen, daß es „vor, während und nach der Veranstaltung zu keinerlei Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ gekommen sei. Heiler Gartenzaun, heile Welt?
Immerhin benennt wenigstens der sächsische Verfassungsschutz die Gefährlichkeit des braunen Treibens. Eine rechtliche Handhabe zur Verhinderung solcher Konzerte scheint es seit den Wahlen im letzten Jahr jedoch nicht mehr zu geben. Vor Ort fühlen sich kommunale Verantwortungsträger mittlerweile gemüßigt, einen „Runden Tisch gegen Extremismus“ tagen zu lassen. Ob an diesem Tisch brauchbare Strategien gegen den Konzertbetrieb in Mücka und damit ein wichtiges Standbein für die rechtsextreme Szene gefunden werden, bleibt abzuwarten. Der Bürgermeister von Mücka denunziert währenddessen in der Presse friedliche Protestformen und schlägt dafür vor, den Runden Tisch gleich im „Wodan“ tagen zu lassen: Der Betreiberin ginge es ja nur „schlicht ums wirtschaftliche Überleben.“
Nun möchte man etwas tun gegen den „schwer beschädigten Ruf“, wahlweise gegen das „schlechte Licht“. Wir fragen uns, welcher Ruf denn eigentlich beschädigt wurde? Und viele Betroffene rechter Gewalt fragen sich, ob das vordringliche Problem denn ein Image-Verlust für Mücka ist?
NPD und JN machen derweil weiter spannende Angebote gerade für junge Sympathisanten der Szene. Das kommt offenbar gut an. Vom Lunikoff-Konzert am 27.11.2004 kursiert mittlerweile ein Livemitschnitt auf CD und auf einer rechtsextremen Internetseite lobt ein Besucher „Fazit: gute Organisation, tolle Stimmung, klasse Konzert.“ Mit jedem solcher Konzerte manifestieren Partei und Kameradschaften ihren Schulterschluß, fließt rechtsextreme Ideologie in junge Köpfe und Geld in die Kassen. Die nächsten Termine sind schon gebucht: für den kommenden Monat wird zu drei Konzerten eingeladen.
AMAL Sachsen / Beratungsteam Ostsachsen
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