Palästinensischer AMAL-Mitarbeiter wird von Hausmeister angegriffen und aus Wohnung vertrieben
Der palästinensische Mitarbeiter von AMAL – Wurzen wird in Leipzig vom Hausmeister seines Wohnhauses und zwei seiner Bekannten tätlich angegriffen und rassistisch beleidigt.
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Palästinenser wird von Hausmeister und zwei seiner Bekannten angegriffen und aus der Wohnung vertrieben
Wurzen, 31.05.2006: Am 12. Juni 2006, kurz vor 22 Uhr wurde Jamil J., ein aus Palästina stammender Mitarbeiter von AMAL Wurzen vom Hausmeister seines Wohnhauses und zwei seiner Bekannten in Leipzig tätlich angegriffen und rassistisch beleidigt. Als Jamil J. nach einer Weiterbildung in Begleitung eines Freundes am Abend nach Hause kam, erwartete ihn der angetrunkene Hausmeister mit seinen Freunden bereits im Hof, wo diese eine Party abhielten. Es fielen Worte wie „Kanake“ und „Scheiß Ausländer“. Außerdem waren noch die Ehefrau des Hausmeisters und eine Nachbarin anwesend, die sich couragiert in die Attacke einmischte.
Nach den rassistischen Beleidigungen packte der Hausmeister Jamil J. am Hals und würgte ihn. Dabei wurde sein T-Shirt zerrissen. Herr J. konnte sich jedoch befreien und rief die Polizei. Diese reagierte allerdings ungehalten und forderte ihn auf, doch einfach in seine Wohnung zu gehen, die Tür hinter sich zu schließen und am nächsten Tag Anzeige zu erstatten. Dabei wurde er zudem geduzt. Auf die Äußerung des Geschädigten, Anzeige erstatten zu wollen, antwortete der Beamte mit “Was erzählst du für einen Quatsch!“ und legte auf. Die Anzeige wurde dann kurze Zeit später auf dem Polizeirevier Nord persönlich erstattet und von einer netten und kompetenten Polizeibeamtin - so die Einschätzung des AMAL-Mitarbeiters - bearbeitet. Inzwischen läuft ein Ermittlungsverfahren gegen den Hausmeister wegen Körperverletzung.
Es gab bereits vorher diskriminierende Handlungen und Sachbeschädigungen, wie Jamil J. berichtet. Nunmehr wagt er sich nicht mehr alleine nach Hause und sieht sich genötigt umzuziehen. Er hat die Wohnung mittlerweile fristlos gekündigt und bekommt juristische Unterstützung durch eine Rechtsanwältin. Der Besitzer des Hauses will jedoch diese Kündigung nicht anerkennen und zweifelt den Tathergang an, so Jamil J. Die Täter hingegen haben einen Erfolg zu verbuchen: Sie haben einen aus ihrer Sicht unbeliebten ausländischen Bürger aus dem Haus vertrieben.
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