AMAL Sachsen

AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt

Diese Webseite dient bis auf weiteres als Archiv der Arbeit des Beratungsprojektes
AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt in den Jahren 2001-2008.
Für die Beratung ist seit Anfang 2008 die Operberatung RAA Sachsen zuständig.

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Neonazistische Großveranstaltung im ostsächsischen Mücka mit mehreren Tausend Teilnehmern geplant

Am 07. August soll in Mücka in Ostsachsen das Pressefest der Deutschen Stimme, dem Parteiorgan der NPD, stattfinden. Angekündigt sind eine Reihe extrem rechter Liedermacher, Bands und Redner aus verschiedenen Nationen sowie „kulturelle“ Angebote.

Unter anderem sollen die Neonazi-„Barden“ Frank Rennicke und Jörg Hähnel auftreten. Des Weiteren die us-amerikanische Band Youngland und die deutsche Band Kraftschlag, die in ihren Liedern teilweise offen den Nationalsozialismus verherrlicht.

In den letzten Jahren hat sich das Deutsche Stimme Pressefest zu einem der wichtigsten Termine im Veranstaltungskalender der extremen Rechten entwickelt. So nahmen im Jahre 2003 im westsächsischen Meerane über 3.000 Personen daran teil. Von einer ebenso hohen Teilnehmerzahl kann auch in diesem Jahr ausgegangen werden. Zudem kam es während der Pressefeste auch zu Gewalttaten. So griff im letzten Jahr ein Neonazi aus Bischofswerda einen Kameramann von Spiegel TV an und verletzte ihn erheblich. Von seiner Größenordnung gehört das Pressefest neben den Aufmärschen in Wunsiedel (Todestag von Rudolf Heß am 17.8.´87) und Dresden (Bombardierung am 13.2.´45) zu den bedeutendsten Großereignissen der deutschen Neonaziszene.

Geplant ist das Pressefest in Zusammenarbeit mit der Mückaer Diskothek Wodan. Diese hat sich in der Vergangenheit immer wieder als offen für neonazistische Veranstaltungen erwiesen. Erst im Mai diesen Jahres fand hier eine Wahlkampfveranstaltung der NPD statt. In den Jahren 1996-98 wurde die Diskothek bundesweit als Austragungsort von Neonazikonzerten mit bis zu 1000 Teilnehmern bekannt.

Zum Pressefest äußert sich Hagen Kreisel von AMAL Sachsen: „Solche neonazistischen Großveranstaltungen verfolgen immer den Zweck junge, politisch noch nicht gefestigte Jugendliche an die extrem rechten Ideologien heranzuführen und ihnen über einen „Erlebnischarakter“ extrem rechtes Denken zu vermitteln. Hinzu kommt, dass es zur Vernetzung und Verstetigung von Kontakten genutzt wird. Die Tatsache, dass aus ganz Europa Teilnehmer zum Deutsche Stimme Pressefest anreisen werden, unterstreicht diese Dimension deutlich. Für die Betroffenen rechter und rassistischer Gewalt in Ostsachsen ist so eine Großveranstaltung ein Schlag ins Gesicht. Sie fragen sich, wie demokratische Menschen und Verantwortungsträger so etwas zulassen und hinnehmen können.“

Diese Position vertreten ebenfalls mehrere ostsächsische Jugendvereine, die sich unter anderem auch gegen rechte Tendenzen engagieren, sowie die Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus in Niesky,.
Gemeinsam fordern wir eine öffentliche Debatte über rechte Strukturen und rechtsextreme Aktivitäten, wie das geplante Pressefest der NPD am Wochenende. Kommunalpolitische Verantwortungsträger, Vereine und Verbände aus der Region sind aufgefordert, sich diesem gesamtgesellschaftlichen Thema zu stellen und rechtsextreme Aktivitäten zu verurteilen.
Ignoranz kann kein Mittel sein, rechtsextremen Strukturen zu begegnen!
Neonazistische Veranstaltungen dürfen nicht toleriert werden!
Neonazis dürfen jetzt und zukünftig keine Räume und Möglichkeiten finden, ihre menschenverachtende Ideologie zu feiern und zu verbreiten!

AMAL Sachsen – Hilfe für Betroffene rechter Gewalt, Beratungsteam Ostsachsen
Jugendhaus Hammerstadt e.V.
Rumpel e.V. Ebersbach
Alraune e.V. Zittau
HausundHof e.V. Görlitz
Netzwerkstelle Niesky