AMAL Sachsen

AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt

Diese Webseite dient bis auf weiteres als Archiv der Arbeit des Beratungsprojektes
AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt in den Jahren 2001-2008.
Für die Beratung ist seit Anfang 2008 die Operberatung RAA Sachsen zuständig.

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Landgericht Görlitz verurteilt vier rechte Schläger

Heute standen in Görlitz vier junge Männer, die zur Tatzeit der rechten Szene in Weisswasser zugehörig waren, wegen gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.

Unter Vorsitz von Richter Zobel konnte ein Vorfall am Morgen des 18.08.2001 aufgeklärt werden. Besonders eine Zeugin konnte dem Gericht helfen, den Tathergang zu rekonstruieren. Am frühen Morgen dieses Tages drangen die vier nun Verurteilten in die Wohnung eines Mannes aus der alternativen Szene ein, in der sich noch andere vorrangig nichtrechte Jugendliche befanden. Die Anwesenden wurden dabei zum Teil aus dem Schlaf gerissen und körperlich angegriffen. Darüber hinaus richteten die Angreifer erheblichen Sachschaden in der Wohnung an. Durch ihr martialisches Auftreten wurden die Anwesenden für kurze Zeit am Verlassen der Wohnung gehindert und sie wurden Zeugen, wie die Täter den Wohnungsinhaber schlugen und ihm drohten, mit einem Teppichmesser das Ohr abzuschneiden und ihm eine Schere in den Bauch zu rammen. Eine junge Frau wurde ins Gesicht geschlagen. Diese bedrohliche Situation hielt mehrere Stunden an, da die vier Angreifer etwa vier Stunden in der Wohnung des Geschädigten blieben. Erst als es hieß, dass die Polizei bald eintrifft, verließen sie das Wohnhaus.

Die Täter waren dem Gericht nicht unbekannt und wurden alle der gemeinschaftlich begangenen gefährlichen Körperverletzung für schuldig befunden.
Die zum Tatzeitpunkt 21-jährigen Täter Michael K. und Jan E. wurden zu einem Jahr und drei Monaten Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung und 60 Stunden gemeinnützige Arbeit sowie zu ein Jahr Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung sowie Zahlung von 300 Euro Bußgeld an eine gemeinnützige Organisation verurteilt. Der zur Tatzeit 23-jährige Heiko H. wurde zu 8 Monaten Freiheitsstrafe, ebenfalls auf zwei Jahre Bewährung ausgesetzt verurteilt. Darüber hinaus muss er 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Michael S., der zur Tatzeit 18 Jahre alt war, wurde verwarnt und muss ebenfalls gemeinnützige Arbeit leisten.

Immer wieder werden alternative Jugendliche, MigrantInnen und nichtrechte Menschen von Rechtsextremen eingeschüchtert.
Sie werden exemplarisch für all diejenigen angegriffen, die nicht in das Menschenbild der rechtsextremen Ideologie passen. Durch solche Übergriffe werden sie erheblich verunsichert und in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Damit die Betroffenen
die Folgen einer solchen Gewalttat besser verarbeiten können und sich nicht alleine gelassen fühlen, können sie sich Unterstützung bei den MitarbeiterInnen von AMAL Sachsen holen. Wir beraten sie unanbhängig von einer Anzeigenerstattung und werden dabei nur in dem Maße aktiv, wie es die Betroffenen wünschen. Darüber hinaus begleiten wir sie auf Wunsch u.a. zu Polizei und Gericht und leisten, auch in anonymisierter Form, fallspezifische Öffentlichkeitsarbeit.