Einladung zu Pressegespräch zu rassistischem Übergriff in Mügeln
Pressemitteilung
des RAA Sachsen e.V. und des AMAL-Hilfe für Betroffene rechter Gewalt e.V.
Einladung zu Pressegespräch zu rassistischem Übergriff in Mügeln
Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Medien,
die beiden Opferberatungsprojekte RAA und AMAL sowie der Treibhaus Döbeln e.V. möchten Sie anlässlich der rechtsextremistischen und rassistsichen Übergriffe auf indische Bürger in Mügeln am vergangenen Wochenende zu einem Pressegespräch nach Döbeln einladen. Es werden neben den Vertretern der o.g. Organisationen auch Betroffene anwesend sein.
Ort: Cafe Courage des Treibhaus e.V. in Döbeln (Bahnhofstraße 56)
Zeit: 23.08.2007, Beginn ist 11 Uhr
Wir freuen uns auf Ihr Erscheinen. Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Ingo Stange
(Pressekontakt: 0172 - 97 43 674)
Nach Gesprächen der MitarbeiterInnen der beiden Beratungsprojekte für Opfer rechter Gewalt in Sachsen - AMAL und RAA Sachsen e.V. - mit den Betroffenen und Verletzten aus Mügeln, Döbeln und Rosswein handelt es sich bei den Übergriffen im sächsischen Mügeln eindeutig um rassistisch motivierte Gewalt. Betroffene und Zeugen bestätigen, dass es vor und während der brutalen Übergriffe beim Stadtfest auf acht Inder rassistische Parolen und Beleidigungen von den Angreifern gegeben hat. So wurde "Ausländer raus!", und "Scheiß Ausländer!" gerufen. Zeugen berichteten zudem, dass sie einige Angreifer als der rechten Szene zugehörig erkannten.
Ungewöhnlich sind derartige Übergriffe in des leider nicht, wie Jamil Jawabra, Mitarbeiter bei AMAL in Wurzen, erklärt: "Die Erfahrung aus sechs Jahren Opferberatung bestätigt, dass es gerade bei Dorf- oder Stadtfesten im ländlichen Raum zu gewalttätigen Angriffen auf Ausländer durch Neonazis kommt. Die Rechten nehmen sich heraus, diese Feste von allem "Undeutschen zu säubern" und machen dann Jagd auf Ausländer und schlagen sie zusammen, wie in Mügeln." Er fügt hinzu, "dass vielerorts öffentliche Veranstaltungen und Feste zu No-Go-Areas geworden sind, auf denen sich Ausländer einfach nicht mehr trauen hinzugehen, weil sie Gefahr laufen müssen von Rechten angegriffen zu werden."
Der aktuelle Vorfall in Mügeln reiht sich in eine lange Aufzählung rechtsextremer Übergriffe in Sachsen ein. Diese Einordnung meint keineswegs eine Beschwichtigung der Situation in Mügeln. Vielmehr wird erneut deutlich, dass Rechtsextremismus nicht vorübergehend in Erscheinung tritt, sondern als gesellschaftliche Dauerproblematik verstanden werden muss.
Als Beratung für Betroffene rechtsextremer Gewalt stehen wir auch in diesem Fall mit den Angegriffenen des Mügelner Stadtfestes in engem Kontakt. In dieser, für sie extremen Situation, verstehen wir uns als Ruhepol. „Uns ist es wichtig, die Betroffenen mit ihren Ängsten und Gefühlen ernst zu nehmen, ihre Intimität zu wahren und sie über ihre Rechte und Möglichkeiten zu informieren“, betont Marianne Thum, Opferberaterin des RAA Sachsen e.V. Hierzu zählen u. a. die Begleitung der Betroffenen zu Zeugenvernehmungen sowie das Angebot kontinuierlicher Gespräche in einem geschützten Rahmen. Wichtigstes Prinzip in der Opferberatung ist die Parteilichkeit für die Betroffenen.
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