AMAL installiert Meldesystem für rechte Vorkommnisse: „Licht ins Dunkel bringen!“
Täglich bringen Menschen in Sachsen ihre rechtsextreme Gesinnung zum Ausdruck. Geschieht das in der Öffentlichkeit, dann ist es für viele störend, beängstigend, verletzend. AMAL hat nun ein Meldesystem für rechte Vorkommnisse eingerichtet.
Gerade bei rechten Übergriffen muß dabei von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. Diese Annahme deckt sich auch mit den Erfahrungen der AMAL-MitarbeiterInnen, die im Rahmen der Beratungstätigkeit gesammelt wurden. Während eines Erstgespräches mit Betroffenen bekommen die BeraterInnen oft Hinweise zu weiteren Übergriffen, von denen außer den Beteiligten kaum jemand Kenntnis hat.
AMAL hat es sich u.a. zur Aufgabe gemacht, das Ausmaß rechtsextremer Handlungen öffentlich besser sichtbar zu machen. Dafür wurde nun auf der Homepage des Projektes ein Meldesystem eingerichtet. Über das Banner „Licht ins Dunkel bringen: Rechte Vorkommnisse melden!“ auf der Startseite gelangen die Nutzer zu einem Kontaktformular, in das Daten über Zeitpunkt, Ort und Hergang des Vorfalls eingetragen werden können. Hinterlassen die Nutzer einen Kontakt, treten die AMAL-MitarbeiterInnen mit ihnen in Verbindung, um weitere Einzelheiten zu klären und den Vorfall dann in anonymisierter Form zu veröffentlichen.
Der Fokus liegt dabei nicht auf der strafrechtlichen Relevanz des Vorfalls, sondern auf der Wahrnehmung der Betroffenen. Neben Körperverletzungen, Beleidigungen usw. sind auch rechtsextreme Konzerte, Aufmärsche, Mahnwachen, Flugblattverteilaktionen, Schmierereien und Gegröle von Interesse. Kurzum: Es geht um rechtsextrem motiviertes Handeln, das die Betroffenen aufhorchen oder zusammenzucken läßt, das sie empört oder bedroht.
Das Meldesystem soll den AMAL-MitarbeiterInnen einerseits ein detaillierteres Abbild rechter Vorkommnisse im Beratungsgebiet liefern, andererseits eine neue Kontaktmöglichkeit für Betroffene bieten. Personenbezogene Daten werden selbstverständlich vertraulich behandelt. Eine Weitergabe von Informationen an die Polizei erfolgt nicht. Es steht den Betroffenen frei, Vorkommnisse selbst anzuzeigen, wenn nötig, mit der Hilfe von AMAL.
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