Altstadtfest Görlitz
Folgenden Bericht zum diesjährigem Altstadtfest in Görlitz (24.08. – 26.08.) fanden wir auf der Internetplattform Indymedia (www.de.indymedia.org)
Folgenden Bericht zum diesjährigem Altstadtfest in Görlitz (24.08. – 26.08.) fanden wir auf der Internetplattform Indymedia (www.de.indymedia.org)
Die beschriebenen Vorfälle können wir weder bestätigen noch widerlegen.
Aus unserer Erfahrung wissen wir jedoch, dass es gerade bei Dorf und Stadtfesten zu Übergriffen auf Menschen, die nicht in rechtsextreme Weltbilder passen, kommt. Oft genug erfahren wir nicht davon. Das wollen wir versuchen zu ändern... mit eurer Hilfe.
Wir bitten Augenzeugen uns Informationen über die im unten folgenden Bericht beschriebenen Vorfälle zukommen zu lassen.
Über die im Artikel beschriebenen Vorfälle hinaus bitten wir Besucher_innen des Altstadtfestes, die von rechtsextremen Übergriffen betroffen waren, etwas beobachten konnten/mussten oder davon erfahren haben, uns dies mitzuteilen.
Einfach anrufen (03581-878583), oder eine mail schicken (goerlitz@amal-sachsen.de).
Hier der Bericht
URL: http://de.indymedia.org/2007/08/192831.shtml
„Neonazi-Übergriff bei Görlitzer Altstadtfest
Dabei 30.08.2007 19:22
"WIR HABEN KEINE INDER, ABER SIND TROTZDEM DAGEGEN. "
NEONAZIS AUF DEM GÖRLITZER ALTSTADTFEST
Vom 24. -- 26. August fand in Görlitz das alljährliche Altstadtfest statt. Gaukler, Feuerspucker, Weber, Weinstände, ein Riesenrad und unzählige Stände mit Ess- und Trinkwaren besiedelten in diesen Tagen die Altstadt.
Die Stimmung war gut, aber man behielt im Hinterkopf immer die Ereignisse des Mügelner Stadtfestes, bei dem vor wenigen Tagen 8 Inder von ca. 50 aufgeheizten Nazis durch die Stadt gejagt wurden. Der Samstag fing ziemlich friedlich an. Doch gegen Mittag wurden die Scheiben eines Clubs in unmittelbarer Nähe des Grenzüberganges von Nazis eingeworfen.
In den letzten Wochen waren verstärkt Aufkleber der Jugendoffensive und dem Freien Widerstand verklebt worden. Gegen 01.00 Uhr begannen im Bereich des Obermarktes heftige Auseinandersetzungen mit Rechtsextremen und Polizei. Einige der Angreifer riefen, dass wir hier zwar keine Inder hätten, aber sie seien trotzdem dagegen und "A.C.A.B.". Die Sache
eskalierte als einige der Nazis Verkehrsschilder aus ihren Verankerungen rissen und auf die Polizisten zustürmten. Auch Flaschen flogen. Dabei war es den Angreifern anscheinend völlig egal, dass bei diesen Auseinandersetzungen auch andere Festbesucher und auch Sanitäter, die zum größten Teil ehrenamtlich auf dem Fest arbeiteten, in eine große Gefahr gebracht wurden. Die Polizei reagierte darauf mit Knüppeln und Pfefferspray. Es kam insgesamt zu 25 Festnahmen und mehreren Verletzten, auch Passanten waren betroffen. Anschließend kam es im gesamten Stadtgebiet immer wieder zu Sachbeschädigungen.
Nach diesem Vorfall war die Unsicherheit und Angst groß, aber trotzdem ließen es sich eine Menge Leute nicht nehmen am Sonntag gegen 22.20 Uhr am Feuerwerk auf dem Obermarkt teilzunehmen. Schon am frühen Abend befanden sich ca. 25 Personen, davon ein Großteil von außerhalb, im Festbereich. Gegen 21 Uhr stieg die Zahl der Nazis auf ca. 60 an. Sanitäter und Sicherheitsdienst wurden sichtlich nervöser. Im Bereich des Sanitätszeltes auf dem Obermarkt, begannen einige der anwesenden Nazis, Sanitäter zu fotografieren, die am Vorabend bei den
Auseinandersetzungen ebenfalls Schicht hatten. Die Polizei war lediglich mit 2 Wagen präsent. Die Situation wurde angespannter, als bekannt wurde, dass die Nazis eine Revanche angekündigt hätten und dabei vom Bereich der Altstadtbrücke über Neißstraße, Untermarkt, Brüderstraße auf den Obermarkt gelangen wollten. Desto näher das Feuerwerk rückte, desto
mehr Nazis versammelten sich rund um den Obermarkt. Auf dem Riesenrad, welches eigens errichtet wurde, skandierte ein stark angetrunkener Glatzkopf den Hitlergruß und brüllte dabei "Es kann nur einen geben."
Die restlichen Festbesucher reagierten zum Teil genervt oder irritiert, der andere Teil war eher amüsiert und lachte. Kurz vor dem Feuerwerk drangen die Sanitäter des DRK und der Rettungsdienst des ASB aus dem Sanitätszelt. Einige der Sanitäter hielten dabei schon Helme in der Hand. Doch die erwarteten Auseinandersetzungen blieben aus. Etwa 40 Minuten nach Ende des Feuerwerkes drängten die meisten Besucher vom Platz. Die Nazis wollten anscheinend aber noch nicht gehen. Am Rande der Festzelte kam es zu Pöbeleien und Beleidigungen von Nazis auf andere Festbesucher. Wiederholt verschwanden einige Nazis und kamen nach kurzer Zeit wieder, anscheinend überprüften sie die Polizeipräsenz. In der Zwischenzeit stockte die Polizei nämlich auf und in den Seitenstraßen befanden sich ca. 20 Polizeiwagen. Die anwesenden Nazis waren vorrangigaus Görlitz, Zittau und Bautzen, aber auch aus Hoyerswerda und Dresden waren einige Nazis nach Görlitz gekommen. Des Weiteren auch ca. 5 Personen aus dem Umfeld des Sturm 33. Am Sonntagabend blieben jedoch weitere Ausschreitungen aus. Gerüchten zu Folge, kam es am Vorabend auch zu einer Demonstration der Nazis, dies konnte indes noch nicht bestätigt werden.“
- Dresden - 13. und 16. Februar 2008 / Wir wollen: Gemeinsam Blockieren - Den Nazis keinen Zentimeter!
- AMAL bittet um Zeugenhinweise
- Pressemitteilung des Bündnis für Menschenwürde – gegen Rechtsextremismus im Landkreis Mittweida zu dem rechtsextremistischen Übergriff auf eine 17-Jährige Jugendliche am 3.11.2007
- Mittweida - Polizei sucht Zeugen zu rechtsextremistischem Übergriff
- Altstadtfest Görlitz
- Pressemitteilung Statistik 1. Halbjahr 2007
- Einladung zu Pressegespräch zu rassistischem Übergriff in Mügeln
- Überfall auf das Netzwerk für Demokratische Kultur e.V. Wurzen (Presseinformation, 07.07.07)
- Rasches Prozessende in Bautzen und rechte Attacke nach Verhandlung (AMAL, 28.06.07)
- Pressemitteilung AMAL: Gerechtes Urteil wegen Zerstörung des Zirkuszeltes in Triebel (29.06.07)