Spuk in Schönefeld (LVZ, 27.10.2008)
Demonstrationen am Samstag gehen weitgehend friedlich über die Bühne /
Zwischenfall am Mariannenpark
Friedlich gingen am Wochenende die Demonstrationen der rechtsextremen Jungen Nationalisten sowie der Antifa über die Bühne. Nur am Mariannenpark kam es zu einer Rangelei.
Samstag 13 Uhr, der Stannebeinplatz im Osten. Etwa 200 Rechtsextreme haben sich hier versammelt, unter dem Motto "Unser Volk stirbt -- Volkstod aufhalten". Ein massives Polizeiaufgebot steht bereit. Als die Versammlungsleitung die Auflagen für den geplanten Aufmarsch verliest, ertönt ein Trompetensolo aus einem mit der Losung "Bunte Vielfalt, braune Einfalt" geschmückten Haus in der Bergerstraße: "Muss i denn zum Städtele hinaus" ...
Zu der Zeit ist der Protestzug der Antifa schon eine gute Stunde unterwegs. Etwa 300 Teilnehmer haben sich am Hauptbahnhof getroffen und ziehen unter dem Motto "Kein Bock auf Volksgemeinschaft" den Neonazis entgegen. Ohne Zwischenfälle kommen sie in der Schönefelder Allee an. Hier am Mariannenpark -- in unmittelbarer Nähe zu den Rechtsextremen -- kommt es zu einer Rangelei. "Zwei Personen waren vermummt", so Polizeisprecher Andreas Loepki. "Die Personalien wurden festgestellt." Gegen 14 Uhr löst die Antifa ihre Demo auf. "Die Teilnehmer versuchten danach, in kleinen Gruppen an die Nazis heranzukommen. Aber das konnten wir verhindern", so Loepki weiter. Die Polizei hat nicht nur Kräfte aus Leipzig und Dresden im Einsatz, sondern auch Berittene, Hunde und einen Helikopter, der stundenlang über dem Spuk in Schönefeld kreist.
Gegen 14.15 Uhr stoppen die Rechtsextremen zu einer Kundgebung an der Ecke Gorki- / Löbauer Straße, wo der Zug von einem Pfeifkonzert empfangen wird. Dahinter steckt ein Aktionsbündnis gegen Rechts, zu dem sich Bürgerverein, Händler, Ortsvereine von Parteien sowie Verbände zusammengetan hatten. "Schönefeld braucht keine Nazis" steht auf Spruchbändern. Wenig später ziehen jene auf der angemeldeten Route weiter und beenden ihren Aufzug schließlich gegen 16 Uhr. Juliane Nagel vom Landesvorstand der Linken Sachsen kommentiert später: "Rund 300 Menschen beteiligen sich an der antifaschistischen Demonstration -- zu wenig für eine Stadt wie Leipzig." dahl
- Brandanschlag auf Flüchtlingsunterkunft in Eilenburg (Presseschau, 28.-29.10.2008)
- Rechtsextremes Treffen auf Burg Hohnstein (recherche-nord.com)
- Großrazzia nach Anschlägen auf Dönerläden (SäZ, 29.10.2008)
- Kontroverse um alternativen Jugendklub in Limbach-Oberfrohna (FP, 23.-26.10.2008)
- Spuk in Schönefeld (LVZ, 27.10.2008)
- Neonazi als Kinderschänder verdächtigt (SäZ, 25.10.2008)
- Brandstifter sollen erneut vor Gericht (23.08.08 SäZ)
- Weltoffen, bis es brennt (Jungle World, 02.10.2008)
- Eklat im Landtag: Rechtsextremer fordert Waffengewalt gegen Menschen (SäZ, 17.10.08)
- Bewährungsstrafen im Neonazi-Prozess von Hainichen (SäZ, 16.10.08)