AMAL Sachsen

AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt

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AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt in den Jahren 2001-2008.
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Skinheads wegen Prügelei vor Gericht (FP, 1.9.06)

Bewährungsstrafe nach Übergriff in Geringswalde

Hainichen/Mittweida. Wegen einer Prügelattacke gegen junge Leute aus dem alternativen Spektrum vergangenes Jahr in Geringswalde haben sich jetzt mehrere Jugendliche aus der Mittweidaer Skinhead-Szene verantworten müssen. Wie Richter Hartmut Meyer-Frey gestern auf Anfrage der „Freien Presse“ mitteilte, verurteilte das Amtsgericht Hainichen am Mittwoch einen 18-jährigen mehrfach Vorbestraften zu einer Jugendstrafe von sechs Monaten Haft auf Bewährung und zur Zahlung von 200 Euro an einen Opferhilfeverein. Ein 20-Jähriger kam mit 250 Euro weg und muss einen sozialen Trainingskurs besuchen; zwei weitere Angeklagte wurden mangels Beweise freigesprochen.
In der Nacht zum 16. April 2005 war es an einer Bushaltestelle in Geringswalde zu dem Übergriff gekommen. Nach Mitteilung des Amtsgerichts ging dabei eine Gruppe von fünf bis sieben Rechtsradikalen auf fünf junge Leute los, die der linksalternativen Szene zuzuordnen seien. Zwei von ihnen wurden dabei verletzt. „Es gab ein blaues Auge und eine Platzwunde über dem Auge“, sagte Richter Meyer-Frey. Tatmotive habe man während der Verhandlung nicht ausmachen können.
Der 18-Jährige Haupttäter ist wegen seiner rechtsradikalen Gesinnung schon einschlägig bekannt. Nach Angaben von Meyer-Frey wurde er bereits in vier Jugendstrafverfahren wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruchs und dem Tragen von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen verurteilt. Sein 20-jähriger Komplize sei bisher erst einmal auffällig geworden. Er solle nun, vermittelt übers Kreis-Jugendamt, in einem Kurs „soziales Verhalten“ lernen. „Das übernimmt in Mittweida meist der Verein Oase“, sagte Meyer-Frey.
Welcher Zusammenhang zwischen der Tätergruppe in Geringswalde und den Mitgliedern der Neonazi-Kameradschaft „Sturm 34“ besteht, die die Polizei Ende Juli in Mittweida aushob, ist bislang unklar. Im Mittweidaer Rathaus geht man allerdings davon aus, dass es sich um ein und denselben Personenkreis handelt. (oha)

Quelle: Freie Presse, 01.09.2006