AMAL Sachsen

AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt

Diese Webseite dient bis auf weiteres als Archiv der Arbeit des Beratungsprojektes
AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt in den Jahren 2001-2008.
Für die Beratung ist seit Anfang 2008 die Operberatung RAA Sachsen zuständig.

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Rechte Übergriffe bleiben konstant hoch (PM der RAA 04.09.08)

Opferberatungsstellen für Betroffene rechter Gewalt legen Halbjahresstatistik vor

Die Opferberatung für Betroffene rechter Gewalt des RAA Sachsen e.V. erhielt von Januar bis Juni

2008 Kenntnis von 136 rechten Übergriffen im Freistaat Sachsen.

Damit blieben die Zahlen im

Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit registrierten 139 Übergriffen konstant hoch. Zusätzlich muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. Die Beratungsstellen für Betroffene rechtsextremer Gewalt zählen keine Propaganda- oder Beleidigungsdelikte.

Dazu erklärt Grit Armonies, Projektkoordinatorin der Opferberatungsstellen des RAA Sachsen e.V.:

„Die Zahlen belegen, dass in Sachsen nahezu täglich ein rechter Übergriff stattfindet. Erschreckend ist, dass im Unterschied zu den vorangegangen Jahren zunehmend wieder rechtsextreme Brandanschläge verübt werden, bei denen bewusst die Gefährdung von Menschenleben in Kauf genommen wird.“

Schwerpunkte der Übergriffe sind die Stadt Leipzig mit 28 Angriffen (1. Hj. 2007 – 19), die Stadt Dresden mit 21 (1. Hj. 2007 – 11) und der Muldentalkreis mit 14 Angriffen (1. Hj. 2007 – 6). Jenseits rechter Gewalttaten berichten zahlreiche Betroffene von einem hohen Maß an alltäglichem Rassismus.

Von den 136 Übergriffen waren 243 Personen direkt betroffen. Der Großteil der Straftaten richtete sich gegen Menschen, die aus rassistischen Gründen angegriffen wurden – hiervon waren 66 Personen betroffen. Insgesamt 62 - vor allem jugendliche - Menschen wurden angegriffen, weil sie nicht rechts waren und 13 Personen aufgrund ihres Engagements gegen Rechts.

Grit Armonies: „Eine demokratische Gesellschaft kann es nicht dulden, dass Menschen von Rechtsextremisten angegriffen werden, weil sie nicht in deren menschenverachtendes Weltbild passen. Dies erfordert ein gesamtgesellschaftliches Engagement. So sind der Bund und die Länder gefordert, Initiativen und Projekte gegen Rechts weiterhin zu fördern. Aber auch der Einzelne ist verpflichtet, bei rechten Übergriffen einzuschreiten.“