Probestehen für einen Schilderwald gegen rechts (SäZ, 06.11.2008)
Von Claudia Tanneberger
Am Elbufer soll ab Sonntag eine Installation an mehr als 60 Übergriffe von Neonazis erinnern.
Unter dem Motto „Wehret den Anfängen“ startet am Sonntag ein spezielles Kunstprojekt gegen rechte Gewalt. Der Verein Bürger.Courage stellt entlang des Neustädter Elbufers – unter der Augustusbrücke – insgesamt sechzig Schilder auf. Jedes einzelne steht für einen rechtsextremistischen Übergriff in der Landeshauptstadt. Anlässlich der Reichspogromnacht wollen die Macher der Aktion so ein Zeichen gegen rechte Gewalt setzen.
Schatten auf Dresden
„Wir vergleichen diese aktuellen Ereignisse nicht mit den damaligen Gewaltakten“, sagt Vereinsvorsitzender Christian Demuth. „Doch wir wollen die Menschen an die alltäglichen rechtsorientierten Geschehnisse erinnern“, fügt er hinzu. Schließlich seien alle der mit den 60 Schildern angeprangerten Übergriffe in den letzten zwei Jahren passiert. Die schlichten Holzschilder werden in einem Dreieck angeordnet, das auf die Innenstadt zeigt. Im Zusammenspiel mit einer gleichzeitig zu startenden Lichtinstallation fällt somit ein symbolischer Schatten auf Dresden.
Eine ganze Woche lang können sich Dresdner diese Ausstellung ansehen. Die Eröffnung ist am Sonntag um 17 Uhr. Auf Informationstafeln sind parallel auch die Verbrechen gegen die jüdischen Dresdner zur Zeit des Nationalsozialismus dokumentiert.
„Wichtig ist uns, die Dresdner zum Denken anzuregen. Damit sie sich gegen rechte Ideologie einsetzen“, sagt Christian Demuth. „Nicht nur der Neonazi-Aufmarsch am 14. Februar soll verurteilt werden, sondern auch die ansteigende Zahl der rechtsgerichteten Vorfälle“, so Demuth.
Angst vor einer mutwilligen Zerstörung der Tafeln hat er nicht. „Bisher wurden noch keine unserer Projekte sabotiert“, sagt er. Der Verein Bürger.Courage organisiert schon seit drei Jahren Kunstaktionen und Veranstaltungen, um neonazistischen Tendenzen entgegenzutreten. Parallel zur Eröffnung der Ausstellung findet eine Gedenkfeier in der Synagoge statt.
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