AMAL Sachsen

AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt

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AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt in den Jahren 2001-2008.
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Mysteriöse Überfälle auf Jugendclubs in Weißig und Böhla (SäZ, 18.11.2008)

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Mysteriöse Überfälle auf Jugendclubs (SäZ Meißen, 18.11.2008)

Von U. Körber & B. Ulbricht

Zwei Übergriffe versetzen Anwohner in Weißig (Gemeinde Nünchritz) und Böhla (Gemeinde Priestewitz) am Wochenende in Schrecken. Nahezu mysteriös sind die Ereignisse. Was sich zunächst als bloße Rangelei zwischen Jugendlichen ausnahm, zeichnet sich doch mehr und mehr als politisch motivierter Übergriff ab. Davon gehen Kenner der Jugendszene zumindest aus.

Zu den Ereignissen: Vermutlich zwei Gruppen gewaltbereiter Männer zogen am Sonnabend gegen 20Uhr durch die Dörfer. Ihre Ziele waren die Jugendclubs. In Weißig verwüsteten etwa 20 Rowdys das Gelände. „Das war eine richtige Horde, die da an mir vorbeiraste“, so eine Anwohnerin. Mit Stiefeln und einheitlich schwarzer Kluft waren die Täter bekleidet. Fast zur gleichen Zeit stürmten etwa zwölf Unbekannte den Jugendclub in Böhla-Bahnhof. Auch hier wurde die Einrichtung zerschlagen. Ein 18-Jähriger, der sich zu dieser Zeit allein im Club aufhielt, wurde Opfer des Überfalls.

Verletzt an Kopf und Armen

Die Meute prügelte auf ihn ein, so dass der junge Mann mit Hämatomen und Prellungen an Kopf und Armen im Krankenhaus behandelt wurde. In beiden Fällen ermittelt die Kriminalpolizei wegen Landfriedensbruchs. Wolfgang Kießling, Sprecher der Polizeidirektion Oberes Elbtal/Osterzgebirge: „Die Untersuchungen gehen in unterschiedliche Richtungen.“ Zum gestrigen Ermittlungsstand schloss die Polizei laut Kießling ein politisches Motiv für die Überfälle aus. Klubchef Thomas Uebigau aus Böhla: „Wir sind kein Club, der politisch ausgerichtet ist, organisieren seit Jahren mit anderen Vereinen oder der Feuerwehr das Dorfleben mit, sind mit niemandem verfeindet“. Eine Erklärung für das Vorgefallene findet auch der Nünchritzer Bürgermeister Gerd Barthold (CDU) nicht. Im Weißiger Club sei es immer friedlich gewesen. Barthold wundert sich überhaupt, dass die Täter das versteckt liegende Haus fanden. Möglicherweise ist das funktionierende Dorfleben, an dem Vereine teilhaben, ein Grund für Störenfriede. Kathrin Westphal, Projektkoordinatorin beim Bündnis für Toleranz und Vielfalt hält einen Angriff „auf die Mitte der Gesellschaft“ für denkbar. Sollte die Tat einen politischen Hintergrund haben, könnte dies eine Aktion sein, um Bürger zu verunsichern.

Mysteriöse Überfälle auf Jugendclubs (SäZ Riesa, 18.11.2008)

Von U. Körber & B. Ulbricht

Zwei gewaltsame Übergriffe versetzen Anwohner in Weißig (Gemeinde Nünchritz) und Böhla (Gemeinde Priestewitz) in Angst und Schrecken. Nahezu mysteriös sind die Ereignisse vom vergangenen Wochenende. Was sich zunächst als bloße Rangelei zwischen Jugendgangs ausnahm, zeichnet sich doch mehr und mehr als politisch motivierter Übergriff ab. Davon gehen zumindest Kenner der Jugendszene aus.

Angreifer trugen Sturmhauben

Zu den Ereignissen: Vermutlich zwei Gruppen gewaltbereiter Männer zogen am Sonnabend gegen 20Uhr durch die Dörfer. Ihre Ziele waren die Jugendclubs in den kleinen Orten. In Weißig verwüsteten etwa 20 Rowdys in wenigen Minuten das Gelände und zogen organisiert wieder ab. „Das war eine richtige Horde, die da an mir vorbeiraste“, so eine Anwohnerin. Mit Stiefeln und einheitlich schwarzer Kluft waren die Täter bekleidet. Zudem hat die Zeugin beobachtet, dass die Männer weiße Zeichen auf dem Rücken trugen. Fast zur gleichen Zeit stürmten etwa zwölf Unbekannte den Jugendclub in Böhla-Bahnhof in der Gemeinde Priestewitz. Die Angreifer hatten sich Sturmhauben übers Gesicht gezogen. Nur eine Person war mit einem Halstuch vermummt. Auch hier wurde die Einrichtung zerschlagen. Ein 18-Jähriger, der sich zu dieser Zeit allein im Klub aufhielt, wurde Opfer des Überfalls. Die Meute prügelte auf ihn ein, so dass der junge Mann mit Hämatomen und Prellungen an Kopf und Armen im Großenhainer Krankenhaus behandelt wurde.

In beiden Fällen ermittelt die Kriminalpolizei wegen Landfriedensbruchs. Allerdings bislang ohne Ergebnis. Auch das Opfer scheint den Beamten nicht weiter helfen zu können. Die Befragung des 18-Jährigen durch die Polizei ergab zumindest, dass der junge Mann niemanden erkannt habe. Wolfgang Kießling, Sprecher der Polizeidirektion Oberes Elbtal/Osterzgebirge: „Die Untersuchungen gehen in unterschiedliche Richtungen. Zu denen kann ich aber nichts sagen.“ Fakt ist, dass solche Überfälle eine neue Qualität von Kriminalität im Kreis bedeuten. Kießling kann sich an einen ähnlichen Fall in letzter Zeit nicht erinnern. Zum gestrigen Ermittlungsstand schloss die Polizei laut Kießling ein politisches Motiv für die Überfälle aber aus. Angesichts der Vorgehensweise der Täter bezweifeln das Szenekenner. Janine Kromm von der mobilen Jugendarbeit des Vereins Sächsische Landjugend kennt zwar die Details aus Weißig und Böhla nicht, aber die Fälle seien vergleichbar mit den Erfahrungen, die sie in der Region Mittweida gemacht habe. 2006 gab es dort rechtsradikale Überfälle auf Jugendclubs.

Ortschef wundert sich

Klubchef Thomas Uebigau aus Böhla: „Wir sind kein Club, der irgendwie politisch ausgerichtet ist, organisieren seit Jahren mit anderen Vereinen oder der Feuerwehr das Dorfleben mit, sind mit niemandem verfeindet“. Eine Erklärung für das Vorgefallene findet auch der Nünchritzer Bürgermeister Gerd Barthold (CDU) nicht. Im Weißiger Club sei es immer friedlich gewesen, was Nachbarn bestätigen. Barthold wundert sich überhaupt, dass die Täter das versteckt liegende Haus fanden. Möglicherweise ist das gut funktionierende Dorfleben, an dem die Vereine teilhaben, ein Grund für Störenfriede. Kathrin Westphal, Projektkoordinatorin beim Bündnis für Toleranz und Vielfalt hält einen Angriff „auf die Mitte der Gesellschaft“ für denkbar. Sollte die Tat einen politischen Hintergrund haben, könnte dies eine Aktion sein, um die Bürger zu verunsichern. Nach SZ-Informationen soll es vor der Aktion sogar Warnungen gegeben haben.