Mittweidaer Bündnis warnt vor neuen Strukturen in der rechten Szene (Freie Presse, 06.08.2008)
Die rechtsextreme Kameradschaft "Sturm 34" ist schon seit mehr als einem Jahr verboten
Mittweida (ddp-lsc). Das Mittweidaer Bündnis für Menschenwürde warnt vor neuen Strukturen in der rechtsextremen Szene. Nach dem Verbot der rechtsextremen Kameradschaft "Sturm 34" vor mehr als einem Jahr habe sich die Situation in der Region nur scheinbar beruhigt, sagte Bündnis-Mitiniator Marcus Eick der Nachrichtenagentur ddp. Die Anhänger träten nicht mehr so offensiv in Erscheinung. Doch Treffen und Übergriffe hätten sich nur in den Landkreis verlagert. Zudem gebe es Hinweise, dass die Szene plane, einen neuen Jugendklub in einem Nachbarort zu gründen, sagte Eick. In einem Prozess gegen fünf mutmaßliche "Sturm 34"-Mitglieder wird am Mittwoch das Urteil erwartet.
Eick appellierte daran, wachsam zu bleiben und das Problem des Rechtsextremismus nicht aus den Augen zu verlieren. Nicht zuletzt würde es immer "als Jugendproblem" verkauft, jedoch finde sich rechtsextremes Gedankengut in allen Schichten. Es gebe auch Erwachsene im Alter von 50 Jahren, die mit Parolen bedruckten T-Shirt in den Supermarkt gingen, sagte Eick.
In dem Prozess gegen die mutmaßlichen "Sturm 34"-Mitglieder hofft Eick auf eine harte Bestrafung. Urteile ohne Bewährung hätten eine abschreckende Wirkung, sagte er. Zwar bestehe auch die Gefahr, dass die verurteilten rechtsextremen Straftäter in der Szene als Helden gehandelt würden, aber nur ein hartes Urteil könnte auch eine Schockwirkung auslösen und zum Nachdenken anregen. (ddp)
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