AMAL Sachsen

AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt

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AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt in den Jahren 2001-2008.
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Delitzsch: Hitler-Gruß und Flaschen-Attacke (LVZ, 08.10.2008)

Ermittlungen nach Neonazi-Krawallen bei Delitzsch laufen auf Hochtouren / Verletzter Polizist krankgeschrieben

Delitzsch. Mit Hochdruck fahndet die Kripo der Polizeidirektion Westsachsen nach dem Unbekannten, der am vergangenen Sonnabend einen Delitzscher Polizisten schwer verletzt hatte. Der 38-jährige Beamte war am Sonnabend auf dem Gelände der ehemaligen Industriellen Rindermastanlage (Irima) nahe Benndorf beim Versuch, einen Platzverweis durchzusetzen, von einem Jugendlichen aus dem rechtsradikalen Milieu mit einer Bierflasche am Kopf verletzt worden. Die Platzwunde musste mit mehreren Stichen genäht werden. Der Polizist ist krankgeschrieben.

Gegen die zehn bis 15 Neonazis, die auf dem Irima-Areal eine private Geburtstagsfeier gestört hatten, wird laut Jan Müller, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter des Delitzscher Reviers, wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung ermittelt. Seit dem Vorfall in einer früheren Garage für Landmaschinen, angemietet und als Partyraum genutzt von einem 19-jährigen Zschortauer, habe es bereits mehrere Zeugenvernehmungen gegeben. "Einige Störer konnten inzwischen namentlich bekannt gemacht werden. Sie gehören alle der rechtsextremen Szene in Delitzsch an, sind durch politisch motivierte und andere Straftaten schon des Öfteren negativ aufgefallen", sagte Müller. In einem Fall sei es einige Stunden nach dem Gerangel sogar zu einer vorübergehenden Festnahme gekommen. "Die Kollegen haben den jungen Mann, der in der Nacht in der Irima nach Einschätzung von Zeugen mit von der Partie war, am Sonnabendvormittag in der Innenstadt angetroffen." Er sei stark angetrunken gewesen, habe den Hitler-Gruß entrichtet und die Polizisten mehrfach beleidigt. Später sei er wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Das Problem der Polizei: Niemand hat bei dem Handgemenge zwischen Streifenwagen-Besatzungen aus Delitzsch sowie umliegenden Revieren und den Rechtsradikalen erkennen können, wer aus der Bierflasche eine Tatwaffe machte. Bei der Privat-Fete hatten rund 50 Gäste bis weit nach Mitternacht zunächst ohne Probleme den Geburtstag des jungen Zschortauers gefeiert. "Das Verhalten der Täter ist nicht entschuldbar. Ich werde dem verletzten Beamten beste Genesungswünsche übermitteln", kündigte Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) an. Er danke der Polizei für die Wiederherstellung von Ordnung und Sicherheit. Moralischen Beistand erhielt das Revier Delitzsch auch durch den obersten Chef. Westsachsens Polizeipräsident Jürgen Georgie besuchte die Mannschaft .

(Dominic Welters)