Bautzener Polizei ermittelt 31 Verdächtige nach EM-Fan-Krawallen (SäZ,26.09.08)
Bautzen - Nach mehr als zehnwöchigen Ermittlungen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen nach Endrundenspielen der Fußball-EM hat die Bautzener Polizei 31 Tatverdächtige ermittelt. Die siebenköpfige Ermittlergruppe „Gewalt“ habe 61 Verfahren beendet, teilte die Polizei am Freitag mit. Zu den Delikten zählen gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigungen. Auch ausländerfeindliche Parolen wurden skandiert und der Hitlergruß gezeigt.
Bei 55 Verfahren hätten bereits bekannte Täter ermittelt werden können. Alle Verdächtigen kämen aus dem Raum Bautzen und seien zwischen 17 und 25 Jahre alt. Als einer der Haupttäter sei ein 24- Jähriger identifiziert worden. Der Mann war bei den Ausschreitungen mit einer Gasmaske vermummt.
Nach dem Viertel- und Halbfinale mit deutscher Beteiligung sowie dem Endspiel des Championats war es im Juli im Bautzener Stadtzentrum zu Ausschreitungen aus einer Menschenmenge zwischen 200 und 40 Personen gekommen. Den Polizeiangaben zufolge steigerte sich die Intensität der Gewalt nach allen drei Spielen, Polizisten wurden mit Flaschen und Steinen beworfen. Alle durch Video dokumentierten Straftaten seien aufgeklärt worden. Die Ermittlungsakten liegen bei der Staatsanwaltschaft Bautzen.
Nach dem Viertelfinale am 19. Juni habe ein harmloser Vorfall die Ausschreitungen ausgelöst. Nach dem Halbfinale und Finale sei es dagegen zu geplanten Aktionen gekommen. In einer als Kettenbrief versandten SMS habe ein unbekannter Autor zu „Aktionen gegen Polizeiwillkür“ aufgerufen, hieß es. Bei der Verbrennung einer türkischen Fahne wurden eine 19-jährige Frau und ein 24-jähriger Mann als Täter ausfindig gemacht.
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