Unter Masken steckten Neonazis und Hools (SäZ, 21.06.2008)
Sieben Wochen nach dem Überfall vermummter Angreifer auf einen Nachtbus hat die Polizei das Verbrechen geklärt. Der Staatsschutz ermittelte 15 Maskenmänner - zwölf sind bereits in Haft. Sie stammen aus der rechten Szene und dem Hooligan-Milieu.
Der Angriff richtete sich gegen Besucher des Courage-Konzerts. Sie wollten Jagd auf „Linke“ machen, trauten sich aber nicht an das von der Polizei geschützte „Leipzig zeigt Courage“-Konzert am Völkerschlachtdenkmal heran. Rund 20 Neonazis und Hooligans griffen deshalb in der Nacht zum 1. Mai den Nachtbus „Nightliner“ an, in dem auch Konzertbesucher nach Hause fuhren.
Nach dem Einfahren in eine Haltestelle im Stadtteil Mockau war der Linienbus von rund 20 Vermummten gekapert worden. Die Angreifer zerstörten Scheiben und bedrohten die Fahrgäste. Ein Mann wurde zusammengeschlagen (Morgenpost berichtete).
Nach intensiven Ermittlungen hat das Staatsschutzdezernat der Kripo nun 15 Gewalttäter im Alter von 17 bis 26 Jahren ermittelt. „Die Beschuldigten sind überwiegend rechtsorientiert und zum Teil auch der so genannten Ultra-Szene der Fußballvereine Sachsen und Lok Leipzig zuzurechnen“, erklärte Leipzigs Polizeipräsident Horst Wawrzynski. Einige seien geständig. Gegen zwölf wurden Haftbefehle erlassen.
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