AMAL – Newsletter 02 // 2007
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AMAL – Newsletter 02 // 2007
Die fünfzehnte Ausgabe unseres Newsletters ist nun da. Wenn Ihnen etwas fehlen sollte oder Sie mehr zu unserer Arbeit erfahren möchten, dann schreiben Sie uns eine E-Mail oder klicken Sie auf unsere Homepage www.amal-sachsen.de.
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INHALT
AKTUELLES
* Wie geht es weiter mit AMAL?
* Versteckspielbroschüre: Regionalausgabe für Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt erschienen
PRESSE
* Deutlich mehr Opfer rechter Gewalt
* Mittweidaer Neonazis zu milden Strafen verurteilt
BERATUNGSARBEIT
* Rassistischer Übergriff auf Kameruner und dessen Ehefrau in Mittweida
* AMAL bittet um weitere Unterstützung bei der Anschaffung eines sehbehinderten-gerechten PC`s für Opfer von rassisitschem Angriff
VERANSTALTUNGSTIPPS
* Schauspiel „Dreiland oder die Prophezeiung des Riesen“ am 22.6.2007 in Zittau
* Kurzfilmabend am 29.6.2007 in Wurzen
* Sonderausstellung „Nationalsozialismus und Widerstand in Breslau“ in Görlitz bis 22.7.2007
* Sommer, Sonne - Faetzig-Camp! vom 23.-26.8.2007
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AKTUELLES
Wie geht es weiter mit AMAL?
Im letzten Newsletter berichteten wir von der unsicheren Perspektive für die Arbeit von AMAL. In wenigen Tagen nun wird das erste Halbjahr hinter uns liegen und damit auch das Förderprogramm CIVITAS. Abgelöst wird es durch das Programm „Förderung von Beratungsnetzwerken – mobile Intervention gegen Rechtsextremismus“, durch welches die Arbeit der Opferberatung sowie der Mobilen Beratungsteams weiterhin finanziell abgesichert werden soll. Bis zum jetzigen Zeitpunkt können wir jedoch noch nicht sicher sagen, ob und inwieweit die bisherige Arbeit von AMAL weitergehen kann. Für die Zeit von Juli bis Dezember haben wir bei der zuständigen Landeskoordinierung, die z.Zt. beim sächsischen Sozialministerium angesiedelt ist, Mittel beantragt. Mit leichten Kürzungen wäre damit die Fortführung der Arbeit bis Ende des Jahres abgesichert. Die Bewilligung der Mittel steht allerdings bisher noch aus. Eines ist jedoch jetzt schon absehbar. Auf der inhaltlichen Ebene wird es einige Neuerungen geben, denen wir mit Spannung und einer Portion Skepsis entgegen sehen. Wir hoffen sehr, dass wir auch unter dem neuen Programm weiter auf die erarbeiteten und bewährten Standards setzen und sie weiterentwickeln können. Darüber werden wir Ihnen sicher spätestens im nächsten Newsletter näheres berichten.
Ungeachtet dessen, dass die Zukunft von AMAL nicht klar umrissen werden kann, haben wir einige Neuerungen in unserer Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt. Unsere Erfahrungen aus dem letzten Jahr führten zu der Entscheidung, noch mehr Öffentlichkeit für die Arbeit von AMAL herzustellen. Unsere Projekthomepage www.amal-sachsen.de erscheint seit einigen Wochen im überarbeiteten Gewand. Außerdem möchten wir nun halbjährlich in einer Print-Veröffentlichung über die Arbeit von AMAL sowie über die Situation von Betroffenen rechtsextremer Angriffe informieren. Ein großes Anliegen ist uns dabei die Stärkung der Opferperspektive, d.h. die Förderung des Verständnisses für die Belange und Wünsche von Betroffenen rechtsextremer Übergriffe sowie deren konsequente Berücksichtigung. Nur durch die Solidarisierung mit den Opfern und die Thematisierung des gesellschaftlichen Kontextes der Angriffe kann deren Situation nachhaltig verbessert und ihrer Ausgrenzung entgegen gewirkt werden. Die erste Ausgabe der „AMAL Informationen“ steht nun als Download zur Verfügung:
http://www.amal-sachsen.de/page.php?p=30
Wenn auch Sie unseren Print-Informationen erhalten möchten, dann schreiben Sie uns einfach eine E-Mail.
Versteckspielbroschüre: Regionalausgabe für Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt erschienen
Das Wissen um Symbole, Codes und Kleidungsstile der rechtsextremen Szene ist eine wichtige Voraussetzung für die Beschäftigung mit rechten Jugendkulturen und das Engagement gegen extrem rechte Einstellungsmuster wie Antisemitismus und Rechtsextremismus. Der Schwerpunkt der Broschüre liegt dabei auf den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und zeigt Beispiele aus dieser Region. Die Broschüre stellt eine fundierte Handreichung für alle dar, die sich nicht mit oberflächlichen Klassifizierungen zufrieden geben möchten. Es besteht die Möglichkeit, die Broschüre bei AMAL für 3 Euro pro Stück zuzüglich Versand zu bestellen: Rufen Sie uns an oder senden Sie uns eine E-Mail.
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PRESSE
Deutlich mehr Opfer rechter Gewalt
Das erste Halbjahr ist bald vorbei. Das heißt auch, dass sich die AMAL-MitarbeiterInnen in den nächsten Tagen an die Statistik der letzten sechs Monate setzen werden. Dabei werden die recherchierten Angriffe, die Anzahl der Betroffenen sowie die Beratungstätigkeit erhoben. Wir werden darüber in einer Pressemitteilung gemeinsam mit den Beratungsstellen der RAA und auf unserer Homepage informieren. In einem im Tagesspiegel vom 21.6.07 erschienenen Artikel wird die behördlich gezählte Anzahl rechtsextremer Übergriffe in den ersten vier Monaten des Jahres dokumentiert, dabei zeichnet sich erneut ein deutlicher Anstieg ab. Vor allem sind viel mehr Menschen durch Neonazi-Übergriffe verletzt worden als im Vorjahreszeitraum.
Hier kann der Artikel gelesen werden:
http://www.amal-sachsen.de/news.php?article=438
Mittweidaer Neonazis zu milden Strafen verurteilt
Amtsgericht Hainichen sieht rechtsextreme Taten als erwiesen an
Hainichen. Die sechs Angeklagten im Neonazi-Prozess von Hainichen sind mit einem milden Urteil davon gekommen. Stehend und gesenkten Hauptes nahmen sie gestern im Amtsgericht Hainichen ihr Urteil entgegen: Sechs mutmaßliche Mitglieder der inzwischen verbotenen Neonazi-Kameradschaft "Sturm 34" im Alter von 19 bis 21 Jahren wurden wegen rechtsextremer Straftaten schuldig gesprochen. Anführer Tom W. erhielt eine neunmonatige Haftstrafe, die das Gericht für zwei Jahre zur Bewährung aussetzte. Die übrigen Angeklagten wurden zu Geldstrafen bzw. gemeinnütziger Arbeit verurteilt.
Hier kann der Artikel (Freie Presse vom 13.6.07) weitergelesen werden:
http://www.amal-sachsen.de/news.php?article=435
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BERATUNGSARBEIT
Rassistischer Übergriff auf Kameruner und dessen Ehefrau in Mittweida
In den Abendstunden des 19. April beleidigten und bedrohten mindestens sechs Rechtsextremisten auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums in der Leisniger Straße in Mittweida den 39jährigen Kameruner Herr N. und dessen Ehefrau, die nach ihrem Einkauf auf dem Weg zu ihrem PKW waren. Sie drohten ihnen Schläge an und beschimpften sie lautstark mit rassistischen Parolen. M. und seine Frau konnten sich zwar noch in ihren PKW flüchten, wurden jedoch von mindestens einem der Täter massiv daran gehindert wegzufahren. Dabei zeigte er den so genannten Hitlergruß. Die anderen standen um den PKW herum und riefen weiterhin rassistische und ausländerfeindliche Parolen. Die Polizei, die informiert wurde, war wenige Minuten später vor Ort und konnte sechs Neonazis aufgreifen, Personalien feststellen und sie festnehmen. Es handelt sich um zwei Frauen und vier Männer im Alter von 18 bis 20 Jahren, die zum Teil einschlägig bekannt sind. Einer der Angreifer ist der für zahlreiche Überfälle im Landkreis Mittweida verantwortliche Tom W. - Rädelsführer der mittlerweile von Innenminister Buttolo verbotenen Kameradschaft Sturm 34.
Die MitarbeiterInnen von AMAL, die die beiden Betroffenen trotz intensiver Recherche zunächst nicht finden konnte, baten die Polizei, das Angebot zur Unterstützung an die N.´s weiterzuleiten, was diese dankenswerterweise auch tat. Wenige Tage später meldete sich die überraschte Frau N. beim Team Wurzen und es konnte ein erster Beratungstermin festgelegt werden. Überein kam man, dass bei Gericht ein Beratungsschein zur kostenfreien Konsulatation eines Rechtsanwaltes für Herrn N. geholt wird und ein Anwalt gesucht wird, der ihn bzw. seine Interessen gegenüber Gericht und den Tätern vertreten soll. Da Herr N. nur sehr wenig deutsch und lediglich französisch spricht, seine erste Aussage bei der Polizei allerdings auf deutsch gemacht wurde, bat AMAL die Polizei bzw. den zuständigen Staatsschutzbeamten um einen neuerlichen Termin zur Aussage auf französisch und mit einem Dolmetscher. Dies geschah wenige Tage später. Leider konnte auch durch die Unterstützung von AMAL kein französisch sprechender Psychotherapeut in der Region gefunden werden. Beide werden nun Hilfe bei einem Facharzt suchen, der ihnen bei der Verarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse, die sie seit jenem Tag haben, helfen soll. Sie trauen sich bspw. kaum noch auf die Straße, vor allem nicht in den Abendstunden. Trotzdem ließen es sich beide nicht nehmen, gemeinsam mit vielen Hunderten anderen Menschen am 12.05.2007 in Mittweida gegen rechtsextreme Strukturen und Übergriffe zu demonstrieren.
AMAL bittet um weitere Unterstützung bei der Anschaffung eines sehbehinderten-gerechten PC`s für Opfer von rassisitschem Angriff
Herr László aus Zittau wurde bei einem rassistischen Angriff im Oktober 2004 am linken Auge schwer verletzt und verlor infolgedessen 80 Prozent seiner Sehschärfe. Durch eine Netzhautablösung ist sein gesamtes Sehvermögen vermutlich für immer stark beeinträchtigt, da sein rechtes Auge schon seit Kindheitstagen sehr sehschwach ausgeprägt war. Seit dem Übergriff kämpft Herr Làszlò für seine Rehabilitation vor Gericht und bei verschiedenen Behörden. Die beiden Täter wurden im Dezember 2006 in erster Instanz zu einer Einheitjugendsstrafe von acht bzw. sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Damit ist die Angelegenheit für Herrn Làszlò jedoch noch nicht aufgearbeitet. Das aus seiner Sicht zu milde Urteil und der Verlust seines Sehvermögens werden auch von wirtschaftlicher Not flankiert, da der einstige selbständige Vetreter nun kein selbstverdientes Einkommen mehr erwirtschaften kann und demzufolge auf staatliche Unterstützung angewiesen ist. Viel lieber würde er selbst für sein Einkommen sorgen. Doch im Moment ist an eine „normale“ Tätigkeit einfach nicht zu denken.
AMAL hatte im Dezember 2006 deshalb einen Spendenaufruf für Herrn Làszlò initiiert, um ihm auch bei der Bewältigung der finanziellen Folgen des Angriffs zu unterstützten. Seit dem sind in etwa knapp 800 € an Spenden eingegangen, davon allein 500 € von der Amadeu-Antonio-Stiftung aus Berlin. Ein großer Wunsch von ihm ist die Anschaffung eines Rechners, der so ausgestattet ist, dass er damit seine täglichen Korrespondenzen erledigen kann (großer Monitor, XXL-Tastatur) und zudem eine Teilhabe am (virtuellen) gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Für die Erfüllung dieses Wunsches fehlen bis jetzt „nur“ noch 300 €, die als Spenden benötigt werden.
Deswegen möchten wir nochmals um Spenden bitten, um das Ziel in greifbare Nähe rücken zu lassen. Sie können Ihre Spende auf das untenstehenden Konto mit dem Betreff „Herr Làszlò“ überweisen. Gern werden auch Sachspenden (wie spezielles PC-Zubehör) angenommen, bitte wenden sie sich dafür an die MitarbeiterInnen in unserem Görlitzer Büro. Selbstverständlich bekommen Sie auf Wunsch eine Spendenbescheinigung zugestellt.
Spendenkonto: 360 56 01
BLZ: 850 205 00
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort: „Herr Làszlò“
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VERANSTALTUNGSTIPPS
Schauspiel „Dreiland oder die Prophezeiung des Riesen“
22.06.2007, 20.30 Uhr, Johannisplatz Zittau, Treff: Johanniskirche
(im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Salon Orange“ des Vereins „Augen Auf“ Oberlausitz www.augenauf.net)
Man trifft sich zur Krisensitzung, es droht die Auflösung aller drei Länder. Deren Könige sind, in ihrer Gier immer mehr zu besitzen und zu beherrschen, an den Kaiserhof gereist. Sie werden nicht rechtzeitig zurück sein, um dem Fluch zu entgehen. Bei Vollmond, so lautet die alte Prophezeiung, müssen sie in ihren Ländern sein, sonst geschieht ein Unglück: das Fremde wird die Herrschaft übernehmen. So lautet die Prophezeiung des Riesen...
Kurzfilmabend: Magentafilmfest on Tour
29.06.2007 ab 20 Uhr im D5, Domplatz 5 in Wurzen
Eintritt: 3 €
www.ndk-wurzen.de
Auch in diesem Jahr macht das Leipziger Magentafilmfest wieder einen Abstecher nach Wurzen. Zu sehen gibt es u. a. die böse-makabren Filme "Der Schein" (Herr-Knecht-Problematik in der Dienstleistungsgesellschaft), "Taschen-Organ" (Absurdes aus dem OP), "The World is Yours" (Reise durch die abstrusen Träume zweier Zigaretten) und "Der Verrückte, das Herz und das Auge" (Zeichentrick-Horror nach Edgar Allan Poe).
„Nationalsozialismus und Widerstand in Breslau“
Sonderausstellung im Schlesischen Museum Görlitz vom 9.6.-22.7.2007
Eine internationale Studentengruppe begab sich in Breslau auf Spurensuche, um die Jahre 1933 - 1945 zu rekonstruieren. Es entstand eine Ausstellung, mit der die Erinnerung an den Nationalsozialismus, das Wissen um die lokalen Formen der Diktatur, um das Leid der Opfer und den Mut der Oppositionellen in die Stadt zurückkehren sollen.
Mehr Informationen unter:
http://www.schlesisches-museum.de/Nationalsozialis.2226.0.html
Sommer, Sonne - Faetzig-Camp!
alternatives Jugendcamp in Ostsachsen vom 23.8.-26.8.2007
aktuelle Informationen in Kürze unter
www.faetzig.de
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